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16. Mai 2008

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Karriere im Takt

Der tägliche Hindernislauf um die Fettnäpfchen im Business bringt so manchen aus der Puste. Es geht auch ganz easy – wenn man die „goldenen Regeln“ für gutes Benehmen und stilvolles Auftreten beherzigt. Der Alltag steckt voller Fallen. Unsere Expertinnen Susanne Helbach-Grosser und Jutta Hofmann wissen auch, wo sie sind.

Das mache ich doch mit links!

  

Heute ist also Internationaler Linkshändertag. Wie passend. Habe ich doch erst gestern Abend im Restaurant die Umräumaktion eines offenbar linkshändigen Gastes beobachten können. Gläser und Besteck vertauschten die Plätze. Komplett. Vor Beginn des Essens. Waren ja auch für ihn seitenverkehrt eingedeckt. Das Ganze wurde eingehend kommentiert.

 

Linkshändigkeit wird zum Glück nicht mehr generell umerzogen. Spezielle Shops bieten Produkte an: Hefte, mit der Spiralfassung auf der anderen Seite zum Beispiel, Lineale, Scheren ... Im Beruf ist der Linkshänder an Werkzeugmaschinen meist noch aufgeschmissen und kann den Wunschberuf manchmal gar nicht ergreifen.

 

Die Gabel rechts, das Messer links.

 

Auch bei Tisch werden dem Linkshänder, der Linkshänderin immer noch Steine in den Weg zum Mund gelegt. Mit dem Vorlegebesteck auf Platten und in Schüsseln muss der Linkshänder kämpfen, der Gourmetlöffel hat die Kerbe nur auf einer Seite, die Austerngabel ihre Schneidseite auf der falschen. Aber ein seitenrichtiges Fischmesser ist auf dem Markt.

Beim Schnecken-Pfännchen sind Linkshänder vielen Rechtshändern überlegen: Die Schneckenzange ist für sie auf der richtigen Seite eingedeckt. Rechtshänder spielen hierbei schon mal „Pretty Woman“ mit den „schlüpfrigen Scheißerchen“.

 

Natürlich dürfen Linkshänder umsortieren.

Was sich da gestern am Nachbartisch abspielte, war jedoch ziemlich übertrieben.

Wer in Gesellschaft speist, sollte wenig Aufhebens (und Geräusche) machen. Bei schlichteren Gelegenheiten wechseln nur die Besteckteile für den jeweiligen Gang die Hand – niemals wird komplett umgedeckt. Und hochoffiziell? Den Service bitten: „Ich bin LinkshänderIn, decken Sie bitte für mich um.“ Private Gastgeber freuen sich über Gäste, die sich schon bei der Einladung „outen“, dann können sie beim Eindecken Rücksicht darauf nehmen.

 

Die Gläser sollten immer auf der rechten Seite stehen bleiben, da der Wein von hier eingeschenkt wird, mit dem Etikett zum Gast. Am Ende des jeweiligen Ganges legt man das Besteck genau so wie ein Rechtshändiger auf dem Teller ab. Ist für die Servicekraft auch wieder leichter.

 

Um auf häufige ungleiche Behandlung aufmerksam zu machen, wird seit dem 13. August 1976 weltweit der Internationale Linkshändertag begangen. Bezeichnungen wie: linkisch, rechtschaffen, jemanden linken, Recht haben, der rechte Weg, links liegen lassen ... zeigen, wie früher rechts und links eingestuft wurde. Mehr dazu auf der Seite http://www.linkshaenderseite.de.

 

 

Veröffentlicht Montag, 13. August 2007 15:42 von FAZBLOG-Helbach-Grosser

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